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Brunnen selbst bohren

-Brunnen selbst bohren, Voraussetzungen, Vorbereitungen, Kosten-Nutzen Berechnung Einen Brunnen selbst zu bohren ist eine Menge Arbeit. Warum sollte man sich das antun, wenn man doch genug Leitungswasser im Garten hat? Ganz einfach.

Der letzte Sommer war trocken und der Garten hat eine Menge Wasser verbraucht. Du willst dich weiter an deinem schönen Garten erfreuen aber kein teures Geld mehr für Leitungswasser bezahlen. dann kann sich ein eigener Brunnen schon sehr bald bezahlt machen. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt.

Damit sind die Grundvoraussetzungen für eine Brunnenbohrung im eigenen Garten gegeben.

Gibt es überhaupt Grundwasser?

Als nächstes bliebe dann zu klären, ob es unter Deinem Grundstück eine Grundwasser führende Schicht gibt, die ergiebig genug ist, um einen Brunnen zu speißen. Das erfährst Du bei der „Unteren Wasserbehörde“ Deiner Gemeinde.

Die Erstinformation bekommst Du eventuell viel einfacher von anderen Brunnenbesitzern in deiner Nachbarschaft. Wenn der Nachbar zwei Häuser weiter in 9 Meter Tiefe auf Grundwasser gestoßen ist, gilt das mit allergrößter Sicherheit auch für Dein Grundstück.

Abgesehen von einigen problematischen Gebirgs- und Gesteinsgebieten im Schwarzwald und im Harz tritt Grundwasser nämlich ausschließlich großflächig auf. Dieses Grundwasser bildet auch keinen unterirdischen See oder Blase sondern bewegt sich in der eher breiartigen Kies- und Sandschicht zwischen zwei abdichtenden Gesteins-, Ton- oder Lehmschichten extrem langsam, 4-8 Meter/Tag, in Richtung Meer.

Um es auf den Punkt zu bringen, wenn die untere Wasserbehörde sagt, dort ist Grundwasser dann gilt das auch für dein Grundstück. Die Frage ist nur, ist diese Schicht so dick, dass Du darin die Filterstrecke Deines Brunnenrohres unterbringst. Aber auch das wird Dir dort gesagt.

Die zweite Frage gilt den Bodenverhältnisen.

Wie sind die Bodenverhältnisse? Handelt es sich um lockeren Oberboden und darunter um Sand oder Kiesböden? Dann verlaufen Bohrungen meist unpreblematisch und man kann sich an die Do it yourself-Brunnenbohrung wagen. Auch das kannst du durch eigenen Bohrversuche im Garten oder auch über die Nachbarschaft in Erfahrung bringen.

Bevor Du aber gleich anfängst zu buddeln, sollten wir noch die Kostenfrage klären. Was kostet es, einen Brunnen zu bohren und wieviel Wassergeld kannst Du durch deinen eigenen Gartenbrunnen einsparen

Die Wasserkosten bei uns betragen aktuell (Abrechnung 2016) 5,10 Euro, die Bewässerung meines Grundstückes von ca. 420 m² hat 160 m³ Wasser erfordert. Die Rechnung hätte 816 Euro inclusive aller Gebühren betragen.

Die Stromkosten für die Tiefbrunnenpumpe betrugen 20.- Euro. Meine Ersparnis lag also bei796 Euro im Jahr 2016.

Die Materialkosten für Brunnenbohrer, Kiespumpe,Tiefbrunnenpumpe, Brunnenrohre, Filterrohre, elektronischer Druckschalter und dem weiteren Brunnenbaumaterial, dürften nach heutigen Preisen bei ca. 1300 Euro liegen. Wenn Du den Brunnen selber bohrst, kommt da außer etwas Installationszubehör nicht mehr viel dazu.

Vielleicht kannst Du die Kosten noch ein wenig senken, wenn Du den erforderliche Brunnenbohrer selber bauen kannst? Vielleicht gar noch die Kiespumpe und das Dreibein.

Dazu solltest Du aber schon Schlosser- und Schweißer Fähigkeiten mitbringen. Auf jeden Fall wären so nochmals etwa 200 Euro einzusparen.

Man kann also, wenn alles ohne große Hindernisse abläuft, einen voll funktionsfähigen Brunnen mit einer Zapfstelle für ca. 1300 Euro herstellen.

Wenn Du dich entschließt einen professionellen Brunnenbauer zu beauftragen, musst Du zu den 1300 Euro Materialkosten noch, je nach Bodenbeschaffenheit und Bohrdurchmesser, etwa 100 bis 150 Euro Bohrkosten pro Meter, zuzüglich Mehrwertsteuer dazurechnen.

Da kommen dann bei 9 Meter Grundwasserstand und 15 Meter Bohrtiefe gut und gerne 3500 Euro Gesamtkosten zusammen.

Diesen Grob-Berechnungen lieg eine Grundstücksgröße von ca. 420 m² zu Grunde. Wenn aber nun nur ein Reihenhausgrundstück von 200 m² zu bewässern ist, verdoppelt sich die Zeit bis zur Erreichung der schwarzen Null , denn die Kosten für die Brunnenanlage bleiben ja gleich hoch und der Verbrauch halbiert sich. Ob sich das Ganze dann noch rechnet, muss jeder selbst entscheiden.

Brunnenbohrung durch professionellen Brunnenbauer

Wenn die Bodenbeschaffenheit, Steine Lehm, Ton, die Do it yourself-Brunnenbohrung erschweren würde, die übrigen Berechnungen aber sehr wohl für einen eigenen Brunnen sprechen, ist vielleicht die Auftragsvergabe an einen professionellen Brunnenbohrer angesagt.

Dieser führt die Bohrung in aller Regel an einem einzigen Tag durch, füllt Filterkies ein und stellt die Unterlagen für die Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde zur Verfügung.

Wenn nach Abwägung von Für und Wider die Entscheidung fällt, doch lieber eine Brunenbohr-Firma zu beauftragen, gilt es einige Dinge zu beachten.

Bei der Angebotsbeschreibung sollte man auf folgende Einzelposten achten.

  • Ist die Anfahrt zur Baustelle im Preis enthalten?
  • Ist die Baustelleneinrichtung enthalten? Die meisten Firmen berechnen diesen Punkt extra.
  • Wie schlüsselt sich der Gesamtpreis auf? Wird pro Meter Bohrtiefe ein Pauschal­preis angeboten?
  • Was passiert wenn Probleme(Steine) auftreten? Meist wird der zusätzliche Auf­wand je nach Zeitaufwand berechnet. Was kostet dann die Stunde?
  • Welche Tiefbrunnenpumpe wird verwendet? Die Preisspanne für eine Tiefbrunnenpumpe be­wegt sich etwa zwischen 200 und 1000 Euro.
  • Wie lang ist die eingebaute Filterstrecke?
  • Passt die Maschine überhaupt in den Garten?
  • Übernimmt die Firma die Vorbereitung des Brunnenanzeige oder Genehmigungs­verfahrens?

Wenn man alle diese Einzelheiten und Kosten berücksichtigt, lohnt sich dann doch viel­leicht die Herstellung des Gartenbrunnens in Eigenarbeit?

Brunnen selber bohren. Was soll der Brunnen leisten?

Wenn Du dich nun entschieden hast, Deinen Gartenbrunnen selbst zu bohren, solltest Du im nächsten Schritt klären, welche Ansprüche Du an die Förderleistung des Brunnens stellen willst.

Soll der Brunnen eine vollautomatische Bewässerungsanlage in einem großen Garten versorgen oder geht es nur um ein paar Gießkannen Wasser

Im ersten Fall muss es dann wohl ein Bohrbrunnen mit einer leistungsstarken Tiefbrunnenpumpe oder Hauswasserwerk sein – im anderen Fall genügt vielleicht ein wesentlich einfacher und billiger herzustellender Schlagbrunnen mit Handschwengelpumpe.

An dieser Stelle muss dann auch entschieden werden, welchen Durchmesser die Brunnenpumpe haben soll, 3 Zoll oder 4 Zoll.

Warum einer 4 Zoll Pumpe immer der Vorzug vor einer 3 Zoll Pumpe zu geben ist, wäre eine Frage die in einem weiteren Beitrag begründet werden könnte.

Weil aber von dieser Entscheidung auch die Größe des Brunnenbohrers, der Kiespumpe und des Brunnenrohres abhängig ist möchte ich vorab immer nur zu einer 4 Zoll Pumpe raten.

Ein ganz entscheidender Punkt ist auch der Grundwasserstand. Sollte dieser tiefer als 8 Meter unter der Geländeoberfläche liegen, ist das ein Ausschlusskriterium für (fast) jede Saugpumpe.

Diese Pumpen können allerhöchstens aus einer Tiefe von 8 Metern ansaugen.

Ich muss Dir dringend davon abraten, Saugpumpen einzusetzen, wenn der Grundwasserspiegel tiefer als 7 Meter liegt.

In einem trockenen Sommer oder bei einer sehr leistungsstarken Pumpe kann der Grundwasserstand ganz schnell um einen Meter absinken und dann hängt der Saugschlauch im Trockenen. Wenn die Pumpe dann keinen Trockenlaufschutz hat, ist sie schnell hinüber.

Was den Schlag oder Rammbrunnen anbelangt sind beide Begriffe etwas irreführend. Denn auch bei diesem einfachen Brunnen muss zunächst bis zur grundwasserführenden Schicht mit einem Handbohrer gebohrt werden, bevor das Rohr dann in die wasserführende Schicht „eingeschlagen“ werden kann.

Die Genehmigung der Brunnenbohrung

Kommen wir also zur eigentlichen Bohrung. Bevor Du diese in Angriff nehmen kannst, muss die „Untere Wasserbehörde“ das Bohrvorhaben genehmigen.

Der spätere Betrieb des Brunnens ist dann genehmigungsfrei, sofern er nur zur Gartenbewässerung dient. Das Verfahren ist relativ einfach, die Genehmigung ist meist nach 3 Wochen da.

Richtig kompliziert wird es aber, wenn Du das Brunnenwasser für Toilettenspülung und Waschmaschine nutzen willst und es dann letzten Endes in der Kanalisation und nicht in Deinem Garten landet.

Für den Antrag wird ein Lageplan benötigt, in den der Standort des Brunnens einzutragen ist

Ferner wird eine Brunnenausbauzeichnung (Skizze) benötigt, mit all den technischen Angaben zum verwendeten Material und den Daten der einzusetzenden Pumpe.

Die Auswahl des richtigen Ortes für die Brunnenbohrung ist ebenfalls ein wichtiger Gesichtspunkt

Den Brunnen würde ich in der Nähe eines Schuppens, einer Garage oder eines Anbaues bohren, um so die erforderlichen Gerätschaften wie Verteiler, Ventile und Pumpensteuerung frostfrei unterbringen zu können.

Aber achte auch darauf, dass Du beim Bohren genug Platz und Bewegungsfreiheit hast. Insbesondere für die Aufstellung des Dreibeines wird Platz benötigt. 1-1,5 Meter Abstand von Wänden und Mauern sollte schon sein.

Für die Brunnenbohrung brauchst Du in erster Linie folgendes Werkzeug und Material

  • Brunnebohrer mit Gestänge, welches bis zur wasserführenden Schicht reicht
  • Dreibein oder lange Doppelleiter für den Einsatz der Kiespumpe
  • Umlenkrolle und Seil
  • Kiespumpe, im Notfall auch Plunscher (Preisfrage)

An Brunnenbaumaterial und Zubehör brauchst Du

  • 20 Meter PE Druckleitung DN 32 ,12,5 bar
  • Eine Tiefbrunnenpumpe mit entsprechender Leistung und Größe
  • Pumpensteuerung/Druckschalter
  • Vorfilter/Feinfilter
  • Edelstahlseil für die Pumpenaufhängung
  • Brunnenrohr 4 Zoll oder besser 4,5 Zoll DN 115
  • Filterrohr der gleichen Größe
  • Brunnenkopf für das Brunnenrohr, gleiche Größe
  • Ventile und Auslaufhähne
  • Fittings und Kleinmaterial für die Installation
  • Eventuell ein Ausdehnungsgefäß ab 50 Liter

Bevor Du dich nun ans Werk machst, solltest Du dich wirklich erst sehr genau darüber informieren, was Du wie machen musst und welche Materialien und Werkzeuge du dazu brauchst.

Einen Brunnenbohrer selber zu bauen aus Material vom Schrottplatz oder vielleicht auch noch eine Kiespumpe wären Möglichkeiten die Projektkosten zu senken. Allerdings sind dazu natürlich Schweiß- und Metallbaukenntnisse erforderlich.

Ratgeber für den Brunnenbau – Internet – Brunnenbauforen – Handbuch

Du findest diese Informationen reichlich, irgenwo verstreut im Internet und in verschiedenen Brunnenbauforen. Oftmals triffst du aber auch auf gefährliches Halbwissen und die Gefahr durch falsche Vorgehensweise, falsche Material und Pumpenauswahl viel Geld im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand zu setzen, ist relativ groß.

Wenn Dir durch falsche Verhalten beim Einsatz der Kiespumpe sich diese unter dem Brunnenrohr im Sandschlamm festsaugt, bist Du diese für immer los, ebenso das Brunnenrohr. Damit bist Du aber auch gut 400 Euro ärmer, kannst entweder aufgeben, oder an anderer Stelle wieder von vorne anfangen.

Deshalb, informiere Dich, informiere Dich, informiere Dich, bevor Du beginnst.

Brunnen selbst bohren

Wenn Du Dir das lästige Suchen sparen willst, kann ich Dir mein Brunnenbohrer Handbuch empfehlen.

Alles was Du investieren musst ist der Gegenwert einer Schachtel Zigaretten und 2-3 Stunden Zeit um das Handbuch Seite für Seite durchzulesen, bevor Du Investitionen machst oder gar voller Elan wild drauflos bohrst .

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